Anthropic erzielt 16,8 Milliarden Dollar Umsatz, doch das Wachstum verlangsamt sich
Das Q3-Wachstum von 45 Prozent faellt deutlich schwaecher aus als die 140 Prozent im Quartal zuvor. Vor dem geplanten November-IPO rechnen einige Anleger damit, dass die Bewertung unter 1,5 Billionen Dollar rueckt.

Ein verlangsamtes Wachstum und ein schwieriger Markt drücken auf die Bewertung von Anthropic im Vorfeld des geplanten Börsengangs im November.
Wie aus mehreren US-Medienberichten hervorgeht, hat Anthropic seine Quartalszahlen auf einem privaten Treffen in San Francisco potenziellen Investoren vorgestellt. Der Umsatz im dritten Quartal erreichte 16,8 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von rund 45 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal und ist mehr als 3,6 Mal so viel wie der gesamte Jahresumsatz des Unternehmens für 2025.
Das Wachstum ist jedoch langsamer geworden. Im zweiten Quartal hatte die sprunghaft steigende Nachfrage nach dem Entwicklerwerkzeug Claude Code den Umsatz um mehr als 140 Prozent gegenüber dem ersten Quartal getrieben. Dieses Tempo hat Anthropic inzwischen weitgehend verloren, wobei eine sommerliche Flaute ein wahrscheinlicher Faktor ist, da die Menschen in diesen Monaten typischerweise weniger arbeiten und entsprechend weniger Tokens verbrauchen. Zudem brachte OpenAI im September mit Astra einen starken Wettbewerber auf den Markt, dem Anthropic erst Ende September mit Opus 5.5 erfolgreich etwas entgegenzusetzen hatte.
Laut The Information wies Anthropic für das Jahr bis zum dritten Quartal eine bereinigte operative Marge von 11 Prozent aus. Diese Zahl lässt große Kostenposten wie aktienbasierte Vergütung unberücksichtigt, zeigt aber, dass sich das Unternehmen in Richtung Profitabilität bewegt.
Wie der Financial Times zu berichten weiß, handelt es sich um das zweite Quartal in Folge mit bereinigter Profitabilität für das KI-Labor. Das Unternehmen erwirtschaftet auch positiven Cashflow. Im dritten Quartal nahm Anthropic für jeden Dollar, den es für Rechenleistung ausgab, 1,70 US-Dollar an Umsatz ein.
Das ist eine gute Nachricht für die KI-Branche, denn sie zeigt, dass trainierte Modelle trotz monatelanger Preiskämpfe Gewinne erwirtschaften können. Es bleiben allerdings zahlreiche Einschränkungen, darunter hohe Trainings- und Personalkosten sowie das Risiko, dass Alternativen mit offenen Gewichten begonnen haben, proprietäre Modelle wie Claude zu ersetzen.
Anthropic schätzt zudem, dass 5 bis 7 Prozent seines Umsatzes aus Destillation stammen. Bei diesem Verfahren nutzen andere Unternehmen die KI von Anthropic, um Daten darüber zu extrahieren, wie sie funktioniert, und damit ihre eigenen Modelle zu trainieren.
Anthropic hat chinesischen KI-Labors wiederholt vorgeworfen, seine Modelle auf diese Weise zu kopieren. Das Unternehmen hat inzwischen jedoch wirksame Gegenmaßnahmen eingeführt, was die Frage aufwirft, warum Anthropic so viel Zeit darauf verwendet hat, gegen Destillation zu lobbyieren, wenn es die Mittel hatte, die Praxis die ganze Zeit über zu unterbinden.
Anthropic teilte den Investoren mit, dass der Destillationsanteil am Umsatz nun voraussichtlich sinken und die Zahlen des laufenden Quartals belasten wird. Langfristig dürfte sich die Blockade von Destillation auszahlen, weil es konkurrierenden Modellanbietern dadurch schwerer fällt, die Qualität von Claude zu erreichen.
Der geplante Börsengang, der laut The Information für November vor Thanksgiving angesetzt ist, wird der bislang größte Test für die Appetit der Investoren auf den KI-Boom sein. Die private Bewertung von Anthropic sprang im Mai auf 965 Milliarden US-Dollar, von weniger als 20 Milliarden US-Dollar nur zwei Jahre zuvor. Manche Banker brachten sogar einen Börsengang im Wert von 2 Billionen Dollar ins Spiel.
Die nun vorgelegten Umsatzzahlen haben jedoch einigen potenziellen Investoren zufolge enttäuscht. Mehrere erwarten inzwischen, dass die Bankberater von Anthropic die Bewertungserwartungen auf möglicherweise unter 1,5 Billionen Dollar senken, zumal das Unternehmen weder über seine annualisierte Umsatzrate für September noch über eine Prognose für das Gesamtjahr sprach. Im Juli lag diese Rate laut Berichten bei 65 Milliarden Dollar.
Der Zeitpunkt für einen Börsengang ist alles andere als ideal. Die Inflation bleibt hoch, die Kreditkosten steigen, die öffentliche Stimmung gegenüber KI ist negativer als positiv, und ungelöste Cybersicherheitsrisiken stellen eine echte operative Bedrohung dar. Zudem liegen OpenAI, Anthropic, Google und andere seit Monaten in einem brutalen Preiskrieg, während offene Modelle den Leistungsabstand weiter verringern. Dennoch werden die Menschen künftig mit ziemlicher Sicherheit mehr KI nutzen statt weniger, da die verbesserten Modellfähigkeiten zunehmend Einzug in alltägliche Büroarbeiten halten.
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Slowing growth and a tough market are hurting Anthropic's valuation ahead of its planned November IPO.
Anthropic shared its quarterly numbers with potential investors at a private meeting in San Francisco, according to multiple US media reports. Third-quarter revenue hit $16.8 billion. That marks a roughly 45 percent jump from the second quarter and is more than 3.6 times the company's total annual revenue for 2025.
Growth has slowed, though. In the second quarter, surging demand for the developer tool Claude Code had pushed revenue up by more than 140 percent compared to Q1. Anthropic is far from that pace now, though a summer slowdown is one likely factor since people typically work less during those months and burn through fewer tokens. OpenAI also launched a strong competitor with Astra in September, which Anthropic only successfully countered in late September with Opus 5.5. Ad
According to The Information, Anthropic reported an adjusted operating margin of 11 percent for the year through Q3. That number leaves out major costs like stock-based compensation, but it shows the company is moving toward profitability. Ad
The Financial Times reports this was the second straight quarter of adjusted profitability for the AI lab. The company is cash-flow positive, too. During the third quarter, Anthropic generated $1.70 in revenue for every dollar it spent on compute.
This is good news for the AI industry because it shows trained models can turn a profit despite months of price wars. Plenty of caveats remain, though, including steep training and staff costs and the risk that open-weight alternatives start replacing proprietary models like Claude. Ad
Anthropic also estimates that 5 to 7 percent of its revenue comes from distillation. In this process, other companies use Anthropic's AI to extract data about how it works and train their own models.
Anthropic has repeatedly accused Chinese AI labs of copying its models this way. Still, the company recently rolled out effective countermeasures, raising questions about why Anthropic spent so much time lobbying against distillation if it had the tools to stop the practice all along. Ad
That said, distillation revenue will likely drop now and weigh on the current quarter's numbers, Anthropic told investors. Over the long run, blocking distillation should pay off by making it harder for rival model makers to match Claude's quality. Ad
The planned IPO, which The Information says is set for November before Thanksgiving, will be the biggest test yet of investor appetite for the AI boom. Anthropic's private valuation jumped to $965 billion in May, up from under $20 billion just two years earlier. Some bankers even floated a $2 trillion IPO.
But the now presented revenue numbers reportedly disappointed some potential investors. Several now expect Anthropic's banking advisors to lower valuation expectations to possibly under $1.5 trillion, especially since the company did not discuss its September annualized revenue rate or a full-year outlook. In July, that rate was reportedly $65 billion.
The timing for an IPO is hardly ideal. Inflation stays high, borrowing costs are rising, public sentiment toward AI remains more negative than positive, and unsolved cybersecurity risks pose a real operational threat. Moreover, OpenAI, Anthropic, Google, and others have been locked in a brutal price war for months while open models keep closing the performance gap. Still, people will almost certainly use more AI in the future rather than less as improving model capabilities work their way into more everyday office jobs.
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