Anthropic meldet möglicherweise größtes Börsendebüt aller Zeiten an, CEO warnt vor KI-Risiken
Anthropic hat Unterlagen für einen möglicherweise bislang größten Börsengang eingereicht. Wenige Tage zuvor hatte der Vorstandschef gewarnt, fortgeschrittene KI könne eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit darstellen.

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Zu bevorzugten Quellen hinzufügen Dario Amodei, CEO und Mitgründer von Anthropic, bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz, am 23. Januar 2025. Bildnachweis: AP Photo/Markus Schreiber, Archiv Der KI-Riese Anthropic hat am Montag Unterlagen für einen möglicherweise größten Börsengang aller Zeiten eingereicht, während sein Chef concurrently warnt, dass fortschrittliche KI eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit darstellen könnte.
Mit der Einreichung bereitet sich das Unternehmen aus San Francisco auf sein Wall-Street-Debüt im nächsten Monat vor, womit es möglicherweise den SpaceX-Börsengang im Juni übertreffen würde, bei dem ein Rekord von 86 Milliarden Dollar eingenommen wurde. Ein Anthropic-IPO würde das Unternehmen zudem vor OpenAI an die Börse bringen, in einem erwarteten Paar spektakulärer Börsendebüts der rivalisierenden KI-Labore.
Ein IPO könnte Anthropic enorme Ressourcen zur Beschleunigung seiner Expansion verschaffen. Die Summe, die das Unternehmen letztlich einnehmen wird, ist ebenso unsicher wie seine endgültige Bewertung und der Ausgabepreis, doch selbst bei niedrigeren Schätzungen würde es das fünf Jahre alte Start-up zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt machen und das Vermögen von CEO Dario Amodei und seiner Schwester und Mitgründerin Daniela möglicherweise um Milliarden von Dollar erhöhen.
Das 335-seitige Dokument zeigte, dass Anthropics Umsatz rapide wächst und im ersten Halbjahr mehr als 16 Milliarden Dollar erreichte, das vierzehnfache des Umsatzes im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Doch wie viele andere Tech-Unternehmen vor ihrem Börsengang hat das Unternehmen hinter dem Chatbot Claude bislang keine Gewinne erzielt.
Trotz der Verluste, die Anthropic Anfang des Jahres von privaten Investoren mit 965 Milliarden Dollar bewertet wurde, soll dieser Wert Berichten zufolge auf 1,5 Billionen oder möglicherweise 2 Billionen Dollar steigen, wobei die endgültige Bewertung noch nicht feststeht. Bei 1,5 Billionen Dollar würde Anthropic zu den wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt zählen, neben Tesla.
Was die eingenommenen Mittel betrifft, könnte der Börsengang Berichten zufolge bis zu 100 Milliarden Dollar einbringen und damit den Rekord von SpaceX übertreffen.
In einer Regulierungsunterlage teilte Anthropic mit, dass es seine Aktien unter dem Tickersymbol "ANT" am Nasdaq Global Select Market notieren wird.
In der Unterlage erklärte das Unternehmen, es könne einen Teil des Geldes für die Übernahme anderer Unternehmen und Technologien sowie für Investitionen in Infrastruktur verwenden, um sein Geschäft gegenüber Konkurrenten auszubauen.
Anthropic wurde 2021 von ehemaligen OpenAI-Führungskräften gegründet und liegt in einem Kampf um die Vorherrschaft mit diesem Unternehmen. Die beiden Chefs, Amodei und OpenAI-Chef Sam Altman, gelten weithin als erbitterte Rivalen.
Doch es gibt zahlreiche weitere Konkurrenten, darunter Google, neuere Start-ups in den USA und China sowie SpaceX, das über ein KI-Geschäft verfügt. Anthropic, OpenAI und SpaceX' KI-Sparte verlieren derzeit alle mehr Geld, als sie einnehmen, wegen der enormen Ressourcenkosten beim Aufbau von KI, was Ängste vor einer Blase schürt.
Der Bedarf an Kapital könnte erklären, warum Anthropic dieses Jahr so schnell an die öffentlichen Märkte geht und nicht wie OpenAI bis zum nächsten Jahr wartet. Zusätzlicher Druck entsteht durch die Möglichkeit, dass die Nachfrage nach KI-Aktien sinken oder sogar einbrechen könnte. Investoren sind wegen des enormen Kapitalbedarfs der Branche nervös, und mehrere Tech-Unternehmen haben in letzter Zeit ihre Börsenpläne zurückgezogen.
Neben der Deckung etwaiger Liquiditätslücken wird der Börsengang die sieben Gründer von Anthropic, darunter Amodei und seine Schwester, mit außergewöhnlichem Reichtum überschütten. Gemeinsam besitzen sie fast 500 Millionen Aktien, wobei aus dem Angebotsdokument nicht hervorgeht, wie viel davon das Unternehmen nach dem IPO repräsentieren wird.
Dario, 43, und die 39-jährige Daniela, die Präsidentin von Anthropic ist, sind laut Forbes jeweils 15,5 Milliarden Dollar wert, was sie auf Platz 176 und 177 der reichsten Menschen der Welt bringt.
Anthropic wies für das erste Halbjahr 2026 einen Nettoverlust von 80,7 Milliarden Dollar aus, wobei die Verluste nach Abzug bestimmter Posten nur ein Bruchteil davon waren, wie aus der Unterlage hervorgeht. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres verlor Anthropic 13 Milliarden Dollar.
Als Spiegel der Gefahren der KI enthält das Dokument einige ungewöhnliche Bestimmungen, darunter die Gewährung von 50,1 Prozent der Aktionärsstimmen an die beiden und ihre fünf weiteren Mitgründer durch eine besondere Aktienklasse. Anthropic hat zudem unabhängige, finanziell unbeteiligte Mitglieder in einen sogenannten Long-Term Benefit Trust berufen, der die Befugnis hat, Direktoren zu ernennen und sicherstellen soll, dass das Unternehmen finanzielle Interessen nicht über die öffentliche Sicherheit stellt.
Ein weiteres ungewöhnliches Merkmal der Unterlage ist ihre lange Liste von "Risikofaktoren", eine für jedes börsennotierte Unternehmen vorgeschriebene Offenlegung, die in diesem Fall jedoch fast 100 Seiten umfasst und eine fesselnde Lektüre bietet.
Zu den Risiken gehören das Alltägliche, etwa die Möglichkeit, dass das Unternehmen keine Schlüsselmitarbeiter halten oder regulatorische Hürden nicht bewältigen kann, und das Schreckliche. Letzteres umfasst die Aussicht, dass "bösartige Akteure" KI-Modelle zum Bau chemischer Waffen nutzen, autoritäre Herrscher die Technologie zur Unterdrückung ihrer Bürger einsetzen und die Möglichkeit, dass seine KI-Modelle außer Kontrolle geraten und "katastrophale oder existenzielle Risiken für die Menschheit darstellen" könnten.
Anthropic und andere führende Unternehmen haben das Potenzial der Technologie gepriesen, Krankheiten zu heilen und das Wirtschaftswachstum zu beschleunigen. Doch sie droht auch mit erheblichen Umwälzungen am Arbeitsmarkt, indem sie den Bedarf an menschlicher Arbeit verringert.
Eine Reihe von Hacker-Vorfällen durch ausgeartete KI-Agenten hat zudem Befürchtungen geweckt, dass die Technologie der menschlichen Kontrolle entgleiten und lebensgefährliche, schädliche Aufgaben ausführen könnte.
Im September sagte Amodei, die KI-Branche solle ihre rasante Entwicklung verlangsamen, damit Sicherheitsmaßnahmen aufholen können. Ohne eine solche Verlangsamung, warnte Amodei, könnte KI in der Lage sein, einen Schwarm von Agenten loszulassen, der binnen sechs bis zwölf Monaten das gesamte Internet übernehmen könnte.
Er unterbreitete in einem Beitrag auf seiner Website einen Plan zur verstärkten Kontrolle der Branche und wies darauf hin, dass Anthropic einen Teil davon bereits eigenständig umsetzt. Weitere Schritte erforderten jedoch eine Koordination innerhalb der Branche und mit Regierungen weltweit, einschließlich autoritärer.
Anthropic hat versucht, sich als "Gute" unter den KI-Unternehmen zu positionieren, mit Fokus auf Sicherheit und verantwortungsvolle Entwicklung statt auf Wachstum um jeden Preis. Ein Teil dieser Haltung rührt aus dem Streit des Unternehmens mit der US-Regierung, der im Februar ausbrach, als Präsident Donald Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth Anthropic beschuldigten, die nationale Sicherheit zu gefährden, und das Unternehmen als Risikofaktor für die Lieferkette einstuften.
Anthropic verklagte das Pentagon im März wegen der Einstufung als Lieferkettenrisiko, die es als "unlawful campaign of retaliation", eine rechtswidrige Vergeltungskampagne, wegen seiner Weigerung bezeichnete, die uneingeschränkte militärische Nutzung seiner Technologie zuzulassen. Die rechtliche Auseinandersetzung verschärfte einen ungewöhnlich öffentlichen Streit darüber, wie KI in Kriegsführung und Massenüberwachung eingesetzt werden darf.
Der ChatGPT-Hersteller OpenAI schloss nur Stunden nach der Bestrafung Anthropics durch die Regierung einen eigenen Deal zur Zusammenarbeit mit dem Pentagon ab. Anthropic reichte zudem eine separate, engere Klage ein, die eine andere Regel betraf, mit der das Pentagon versuchen will, Anthropic als Lieferkettenrisiko einzustufen.
Ein kalifornischer Richter entschied im ersten Fall zugunsten von Anthropic, ein Richter in Washington, D.C. trat im zweiten Fall auf die Seite der Regierung. Beide Seiten legen Berufung gegen die Entscheidungen ein.
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Add to Preferred Sources Dario Amodei, CEO and co-founder of Anthropic, attends the annual meeting of the World Economic Forum in Davos, Switzerland, Jan. 23, 2025. Credit: AP Photo/Markus Schreiber, File Artificial intelligence giant Anthropic filed papers Monday for what could be the biggest initial public offering of stock ever even as its top executive warns that advanced AI could pose an existential threat to humanity.
The filing sets up the San Francisco company for a Wall Street debut next month, potentially eclipsing the SpaceX initial public offering in June that raised a record $86 billion. An Anthropic IPO would also put the company ahead of OpenAI in going public in what is expected to be a pair of blockbuster stock debuts for the rival AI labs.
An IPO could provide Anthropic with enormous resources to accelerate its expansion. The amount the company ultimately raises remains uncertain, as do its final valuation and offering price, but even at lower estimates, it would turn the 5-year-old startup into one of the world's most valuable companies and potentially boost the wealth of CEO Dario Amodei and his sister and co-founder, Daniela, by billions of dollars.
The 335-page document showed Anthropic's revenue is growing rapidly, reaching more than $16 billion in the first half of the year—14 times its revenue from the same period last year. But like many other tech companies going public, the company behind the Claude chatbot has yet to turn a profit.
Despite the losses, Anthropic, valued earlier this year at $965 billion by private investors, is reportedly set to see that value rise to $1.5 trillion or possibly $2 trillion, although its final valuation has not been established. At $1.5 trillion, Anthropic would rank among the world's most valuable public companies, alongside Tesla.
As for money raised, the offering could bring in as much as $100 billion, according to reports, surpassing the record set by SpaceX.
In a regulatory filing, Anthropic said it will list its stock on the Nasdaq Global Select Market under the ticker symbol "ANT."
In the filing, the company said it could use some of that money on acquiring other businesses and technology as well as investing in infrastructure to grow its business to take on rivals.
Formed in 2021 by ex-OpenAI leaders, Anthropic is locked in a fight for dominance with that company. The two leaders, Amodei and OpenAI CEO Sam Altman, are widely seen as bitter rivals.
But they have plenty of other competitors, including Google, newer startups in the U.S. and China and SpaceX, which has an AI business. Anthropic, OpenAI and SpaceX's AI division have all been losing more money than they make because of the huge costs in resources in building AI, fueling concerns of a bubble.
The need for cash may explain why Anthropic is rushing to tap public markets this year, and not waiting until next year, as is OpenAI's plan. Adding to the pressure is the possibility demand for AI shares could drop, or even collapse. Investors have become jittery about the massive financing needs of the sector, and several tech companies have pulled IPO plans recently.
In addition to helping plug any cash shortfall, the IPO will shower extraordinary wealth on Anthropic's seven founders, including Amodei and his sister. Collectively they own nearly 500 million shares, though it's unclear from the offering document how much that will represent of the company after the IPO.
Dario, 43, and 39-year-old Daniela, who is Anthropic's president, are worth $15.5 billion each, according to Forbes, which ranks them as the 176th and 177th richest in the world.
Anthropic reported a net loss of $80.7 billion in the first half of 2026, though its losses after taking out certain items were a small fraction of that, according to the filing. In the same period a year ago, Anthropic lost $13 billion.
Reflecting AI's dangers, the document includes some unusual provisions, including granting those two and their five other co-founders 50.1% of shareholder votes through a special class of shares. Anthropic also has appointed independent, financially disinterested members of a so-called Long-Term Benefit Trust, holding power to appoint directors, that is designed to ensure the company doesn't put financial interests ahead of public safety.
Another unusual feature of the filing is its long list of "risk factors," a required disclosure for every public company but in this case one that runs nearly 100 pages—and makes for riveting reading.
Among the risks are the quotidian—the possibility it won't be able to retain key staff or navigate regulatory roadblocks—and the horrific. The latter includes the prospect of "malicious actors" using AI models to build chemical weapons, authoritarian rulers turning to the technology to crack down on their citizens and the possibility that its AI models could go rogue and "pose catastrophic or existential risks to humanity."
Anthropic and other leading companies have touted the technology's potential to cure diseases and speed economic growth. But it also threatens major disruptions to jobs by reducing the need for human labor.
A string of hacking incidents by rogue AI agents also has raised fears the technology will slip free of human control to carry out harmful, life-threatening tasks.
In September, Amodei said the AI industry should slow its fast-moving development to give safety measures time to catch up. Without such a slowdown, Amodei warned AI could be capable of letting loose a swarm of agents that could take over the entire internet within six to 12 months.
He offered a plan in a post on his website to increase checks on the industry, noting that Anthropic is already undertaking part of this on its own. As for other steps, though, he said that would require coordination across the industry and with governments around the world, including authoritarian ones.
Anthropic has tried to set itself apart from other AI companies as the "good guys," focusing on safety and responsible development as opposed to growing at all costs. Some of this sentiment stems from the company's dispute with the U.S. government, which broke out in February when President Donald Trump and Defense Secretary Pete Hegseth accused Anthropic of endangering national security and designated the company a supply chain risk.
Anthropic sued the Pentagon over the supply chain risk designation in March for what it called an "unlawful campaign of retaliation" over its refusal to allow unrestricted military use of its technology. The legal challenge intensified an unusually public dispute over how AI can be used in warfare and mass surveillance.
ChatGPT maker OpenAI made its own deal to work with the Pentagon hours after the government punished Anthropic for its stance. Anthropic also filed a separate and narrower case involving a different rule the Pentagon is using to try to declare Anthropic a supply chain risk.
A California judge ruled in Anthropic's favor in the first case and a Washington, D.C., judge sided with the government in the second. Both sides are appealing the decisions.
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