Experts cast doubt on Anthropic report detailing how AI has altered work at the company
Anthropic claims AI will shift how work gets done and labor demand – but some experts are skeptical of the vision Last year, Anthropic CEO Dario Amodei warned that artificial intelligence could eliminate half of entry-level white-collar jobs and that in six months it would be writing 90% of code .

Dario Amodei, CEO von Anthropic, und Marc Benioff, CEO von Salesforce, besuchen den Dreamforce 2026 Gipfel in San Francisco, Kalifornien, am 15. September 2026. Fotografie: Carlos Barría/Reuters Bild im Vollbildmodus ansehen Dario Amodei, CEO von Anthropic, und Marc Benioff, CEO von Salesforce, besuchen den Dreamforce 2026 Gipfel in San Francisco, Kalifornien, am 15. September 2026. Fotografie: Carlos Barría/Reuters Reworked Anthropic Experten äußern Zweifel an Anthropic-Bericht, der beschreibt, wie KI die Arbeit im Unternehmen verändert hat Anthropic behauptet, KI werde verändern, wie Arbeit erledigt wird und wie die Nachfrage nach Arbeitskräften aussieht, doch einige Experten sind skeptisch gegenüber dieser Vision
Zu diesem Inhalt Ramin Skibba Fr, 23. Okt 2026, 16.00 MESZ Zuletzt aktualisiert am Fr, 23. Okt 2026, 16.01 MESZ Teilen Im Vorjahr warnte Anthropic-CEO Dario Amodei, dass künstliche Intelligenz die Hälfte der Einstiegsjobs im Bürobereich beseitigen könnte und dass sie in sechs Monaten 90 Prozent des Codes schreiben würde. Keine dieser Vorhersagen ist eingetreten.
Nun erklärte das Unternehmen in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht, es stelle weniger Nachwuchskräfte im technischen Bereich ein und dass menschliche Aufmerksamkeit zum neuen „Flaschenhals“ geworden sei, während es sich zunehmend auf seine Claude-KI-Agenten verlässt.
Anthropic sagt, KI habe verändert, wie Arbeit erledigt wird, und infolgedessen die Beschäftigung im Unternehmen umstrukturiert. Der Bericht deutet an, dass diese Veränderungen die Zukunft der Arbeit im weiteren Sinne vorwegnehmen: Da immer mehr Unternehmen KI-Agenten einsetzen, könnten Softwareentwickler vor einem härteren Arbeitsmarkt stehen, während Nachwuchskräfte in der Tech-Branche Schwierigkeiten haben, die notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen aufzubauen.
„Wenn sich KI verbreitet und verbessert, könnte sich die Organisation der Arbeit verschieben“, heißt es in Anthropic-Bericht, bevor eine mögliche Zukunft entworfen wird: „Eine Möglichkeit sind Ein-Personen-Startups, bei denen jeweils ein menschlicher Gründer Schwärme von Agenten steuert, um Milliardenumsätze einzuspielen.“
In seinem Bericht preist Anthropic seine „tiefe Adoption von KI“ an, die nach eigenen Angaben zu „mehr Code pro Person, mehr Abschlussverkäufen pro Vertriebsmitarbeiter und mehr verarbeiteten Verträgen“ geführt habe. Durch die Auslagerung einiger Programmier- und vertriebsbezogener Aufgaben an KI-Agenten habe Anthropic die Produktivität innerhalb weniger Monate gesteigert.
Ab Mai 2026 verzeichneten die KI-Agenten mehr Arbeitsstunden als menschliche Beschäftigte, heißt es im Bericht. Die Mitarbeiter verbringen nun rund 22 Prozent ihrer Zeit mit der Verwaltung von Claude-Agenten, mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr, so Anthropics Analyse ihrer Chat-Zusammenfassungen.
Der Bericht sagt außerdem, dass seit März 2025, kurz nach der Veröffentlichung des agentischen KI-Coding-Tools Claude Code, der Anteil technischer Einstiegsstellen von fast 30 auf 9 Prozent sank und die Personalstärke von etwa 21 auf 14 Prozent zurückging. Das Unternehmen führt diese Verschiebungen auf die Nutzung von KI zurück und beschreibt seine Mitarbeiter lediglich als „dünne Schicht über einer wachsenden Armee von KI-Agenten“.
Während der Bericht einen kleinen Einblick in die inneren Abläufe des KI-Schwergewichts bietet, sind einige KI-Forscher skeptisch, dass er große Veränderungen über Unternehmen oder Branchen hinweg ankündigt. Stattdessen, so sagen sie, seien die Ergebnisse wahrscheinlich Anthropics Versuch, seine Bewertung im Vorfeld des Börsengangs voranzutreiben, ähnlich wie SpaceX mit Ankündigungen von Weltraum-Rechenzentren für sein Börsendebüt im Juni geworben hatte.
Anthropics Behauptungen scheinen die Ansicht einiger Tech-Führungskräfte zu stützen, dass KI hinter den jüngsten Wellen von Entlassungen in Unternehmen steckt, doch die Forschungslage macht das schwierig.
Morgan Frank, ein Forscher an der Case Western Reserve University, der untersucht, wie sich KI und technologischer Wandel auf Beschäftigte auswirken, hat kürzlich ein Paper in Begutachtung veröffentlicht, das zeigt, dass sich KI-exponierte Arbeitsmärkte bereits lange vor dem Aufkommen von ChatGPT im November 2022 und Claude einige Monate später verschlechterten. Erhebungen zur Arbeitslosigkeit auf Landesebene zeigen laut dem Paper, dass die Arbeitsmärkte schon zu Beginn des Jahres 2022 einbrachen, also Monate vor der Veröffentlichung von ChatGPT.
„Es scheint nicht so, als würde der Start von ChatGPT mit einem wesentlichen Anstieg von Verlusten oder verschlechterten Ergebnissen zusammenhängen“, sagte er.
Frank sagte, mehrere Faktoren könnten die jüngsten Jobverluste erklären, darunter der Abbau von pandemiebedingten Einstellungen und „AI-Washing“, bei dem manche Chefs der KI Entlassungen zuschreiben, die sie ohnehin vorgenommen hätten.
Julián Posada, ein Sozialwissenschaftler an der Yale-Universität, stellt ebenfalls Anthropics Motive für die Veröffentlichung seines Berichts in Frage.
„Er ist aus der Perspektive eines Unternehmens geschrieben, das Aktien verkaufen möchte, eines Unternehmens, das wirklich möchte, dass Menschen darin investieren“, sagte Posada, Autor des Buchs Platform Extractivism: Data Work and the People Powering Artificial Intelligence.
Anders als eine wirtschaftswissenschaftliche Studie fehle dem Bericht eine unabhängige Bewertung durch externe Prüfer, sagte Posada. Seine Zahlen und Grafiken erzählten nur einen Teil der Geschichte, ohne aufzuzeigen, wie Anthropics Mitarbeiter ihre Arbeit empfinden oder wie sie tatsächlich mit den Modellen umgehen, sagte er.
Dylan Baker, leitender Forschungsingenieur am gemeinnützigen Distributed AI Research Institute, sagte, er sei ebenfalls neugierig, wie Anthropics Entwickler die Veränderungen empfinden. Einige Softwareentwicklung an KI zu verlagern, während man kaum Nachwuchskräfte einstellt und die verbleibenden Ingenieure KI-Agenten bändigen lassen muss, erscheine „kurzsichtig“, sagte Baker.
Baker ist auch von Anthropics Charakterisierung des menschlichen „Flaschenhalses“ überrascht.
„Das ist eine so seltsame Art, es auszudrücken“, sagte Baker. „Es grundsätzlich missversteht, wie Software geschrieben, architektonisch entworfen und gestaltet wird. Es ist ein so sozialer, zwischenmenschlicher und menschlicher Prozess.“
Anthropics Bericht zitiert einen namentlich nicht genannten Ingenieur, der beschrieb, einer „Armee von Claudes“ gegenüberzustehen, „von denen jeder meine Aufmerksamkeit verlangt“. Das klinge nicht nach einer fruchtbaren Arbeitsumgebung, sagte Baker. „Ich würde nicht davon ausgehen, dass wirklich durchdachte, gut gestaltete Produkte aus diesem Team hervorgehen.“
Da generative KI-Produkte sich immer weiter verbreiten, sind die meisten Amerikaner KI gegenüber misstrauisch, insbesondere mit Blick auf KI-bedingte Jobverluste, so das Pew Research Center. In seinem Bericht schlägt Anthropic vor, dass Tech-Arbeitgeber ihren Beschäftigten Anteilsbesitz anbieten sollten, und präsentiert dies als mögliche Lösung für die wachsenden Bedenken. „Es ist schwer vorstellbar, dass es eine mitarbeiterfreundliche KI-Adoption geben kann, in der Beschäftigte keinen finanziellen Anteil an einer erfolgreichen Umsetzung haben“, heißt es dort.
Anthropic reagierte nicht auf die Anfrage des Guardian nach einer Stellungnahme.
Anthropic, das bereits im November an die Börse gehen könnte, veröffentlichte seinen Beschäftigungsbericht einen Tag nach dem Versprechen, 5 Prozent seiner Aktien dem „öffentlichen Wohl“ zu widmen, ohne Details zu nennen. Kritiker wiesen darauf hin, dass Philanthropie sich seit langem auch als Reputationswerkzeug von Tech-Titanen wie Bill Gates und Mark Zuckerberg bewährt hat.
Doch Anthropic und seine Behauptung, es verbessere die Art, wie Arbeit erledigt wird, dürften sich mit Annäherung an den Börsengang einer schärferen Prüfung stellen. Ein Entwurf der S-1-Einreichung des Unternehmens offenbarte, dass Anthropic im ersten Halbjahr dieses Jahres einen Nettoverlust von 80 Milliarden Dollar hatte und im Juni ein Junk-Rating erhielt. Angesichts von Anthropics sich verlangsamendem Umsatzwachstum rechnen Investoren nun mit einer Bewertung von 1,5 Billionen Dollar, gegenüber früheren Schätzungen von 2 Billionen Dollar oder mehr. Zur gleichen Zeit ist Anthropics Cloud-Computing-Partner CoreWeave in KI-Schulden ertrunken, und seine Aktie stürzt ab, was Befürchtungen nährt, dass die KI-Blase zu platzen beginnen könnte.
Unabhängig davon, wann oder ob die Blase platzt, werden Softwareentwickler und andere Tech-Beschäftigte sicherlich betroffen sein, sagte Baker. Die Frage ist, wie sich das entwickeln wird.
„Meine Hoffnung ist, dass es ein Erwachen gibt, eine Neubewertung oder Revision dessen, wie sehr es dabei schon immer um menschliche Arbeit ging“, sagte Baker.
Automatisch übersetzt. Das Original auf Englisch ist unten aufklappbar.
Original (Englisch) anzeigen
Dario Amodei, Anthropic’s CEO, and Marc Benioff, Salesforce’s CEO, attend the Dreamforce 2026 summit in San Francisco, California,on 15 September 2026. Photograph: Carlos Barría/Reuters View image in fullscreen Dario Amodei, Anthropic’s CEO, and Marc Benioff, Salesforce’s CEO, attend the Dreamforce 2026 summit in San Francisco, California,on 15 September 2026. Photograph: Carlos Barría/Reuters Reworked Anthropic Experts cast doubt on Anthropic report detailing how AI has altered work at the company Anthropic claims AI will shift how work gets done and labor demand – but some experts are skeptical of the vision
About this content Ramin Skibba Fri 23 Oct 2026 16.00 CEST Last modified on Fri 23 Oct 2026 16.01 CEST Share Prefer the Guardian on Google L ast year, Anthropic CEO Dario Amodei warned that artificial intelligence could eliminate half of entry-level white-collar jobs and that in six months it would be writing 90% of code. Neither of those predictions came to pass.
Now, in a report Anthropic published on Thursday, the company said it was hiring fewer junior technical workers and that human attention has become the new “bottleneck” as it increasingly relies on its Claude AI agents.
Anthropic says AI has changed the way work gets done, and as a result, restructured employment at the company. The report suggests its changes foreshadow the future of work more broadly: as more companies adopt AI agents, software engineers could face a tougher job market while entry-level tech workers struggle to build necessary skills and experience.
“As AI diffuses and improves, the organization of work could shift,” Anthropic’s report reads before offering a potential future. “One possibility is single-person startups, each with a human founder steering swarms of agents to rake in billions in revenue.”
In its report, Anthropic touts its “deep adoption of AI”, which it claims resulted in “producing more code per person, closing more sales per rep, and processing more contracts”. By outsourcing some coding and sales-related tasks to AI agents, Anthropic said it raised productivity within a few months.
From May 2026 onwards, AI agents logged more work hours than human employees, the report said. Employees now spend about 22% of their time managing Claude agents, more than double the amount a year ago, based on Anthropic’s analysis of their chat summaries.
It also says since March 2025 – soon after the release of its agentic AI coding tool Claude Code – entry-level technical hires dropped from nearly 30% to 9%, and headcount dropped from about 21% to 14%. It attributes the shifts to AI usage, and described its workers as merely “a thin layer atop a growing contingent of AI agents”.
While the report provides a small glimpse of the inner workings of the AI heavyweight, some AI researchers are skeptical that it will herald big changes across companies or industries. Instead, they say the findings are likely Anthropic’s attempt to drive its valuation ahead of its initial public offering – similar to how SpaceX boasted about proposed space data centers to boost its market debut in June.
Anthropic’s claims seem to back some tech executives’ view that AI is behind recent waves of corporate layoffs, but research complicates that.
Morgan Frank, a Case Western Reserve University researcher on how AI and technological changes affect workers, recently posted a paper that’s in peer review showing that AI-exposed job markets deteriorated well before the arrival of ChatGPT in November 2022 and Claude a few months later. State unemployment claims reveal that job markets tanked starting at the beginning of 2022, months before ChatGPT’s release, according to the paper.
“It doesn’t appear that the launch of ChatGPT corresponds to any major increase in loss or worsening outcomes,” he said.
Frank said several factors could explain recent job losses, including cutting pandemic-era hires and “AI-washing”, where some bosses credit AI for layoffs they might have made anyway.
Julián Posada, a Yale social scientist, also questions Anthropic’s motives for publishing its report.
“It is written from the perspective of a company that wants to sell shares, a company that really wants people to invest in it,” said Posada, author of the book Platform Extractivism: Data Work and the People Powering Artificial Intelligence.
Unlike an economics study, the report lacked an independent assessment by outside auditors, Posada said. Its figures and graphs only tell part of the story, without revealing how Anthropic’s workers feel about their work or how they’re actually engaging with the models, he said.
Dylan Baker, lead research engineer at the non-profit Distributed AI Research Institute, said he was also curious about how Anthropic’s developers feel about the changes. Shifting some software development to AI, while hiring few entry-level workers and having the remaining engineers wrangle AI agents seems “shortsighted”, Baker said.
Baker is also surprised by Anthropic’s human “bottleneck” characterization.
“That’s such a strange way to put it,” Baker said. “It fundamentally misunderstands how software is written, architected and designed. It’s such a social, interpersonal and human process.”
Anthropic’s report quotes an unnamed engineer, who described facing “an army of Claudes, with every one asking for my attention”. That doesn’t sound like a fruitful work environment, Baker said. “I wouldn’t think really thoughtful, well-designed products are coming out of that team.”
As generative AI products proliferate, a majority of Americans are wary of AI, with particular concerns about AI-related job losses, according to Pew Research Center. In its report, Anthropic suggests that tech employers should offer their workers stock ownership, posing this as a potential solution to rising concerns. “It is difficult to imagine a version of pro-worker AI adoption in which workers do not hold a financial stake in successful rollout,” it said.
Anthropic did not respond to the Guardian’s request for comment.
Anthropic, which could debut on the stock market as soon as November, released its employment report one day after pledging to commit 5% of its shares to the “public good”, though it didn’t provide details. Critics noted that philanthropy has long doubled as a reputation builder used by tech titans like Bill Gates and Mark Zuckerberg.
But Anthropic, and its claims it’s improving how work gets done, could face tougher scrutiny as it nears its IPO. A draft of the company’s S-1 filing revealed that Anthropic had a $80bn net loss over the first half of this year, and that it received a junk credit rating in June. Considering Anthropic’s slowing revenue growth, investors now project a valuation of $1.5tn, down from earlier estimates of $2tn or more. At the same time, Anthropic’s cloud computing partner, CoreWeave, has become swamped in AI debt and its stock is plummeting, fueling concerns that the AI bubble may begin to deflate.
Regardless of when or whether the bubble pops, software engineers and other tech workers will surely be affected, Baker said. The question is how that will play out.
“My hope is that there is a reckoning, a reassessment or re-evaluation of how much this has always been about human work,” Baker said.