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McDonald's wegen AI-gestuetzter Preisbildung vor Gericht

Gegen McDonald's ist in den USA eine Kartellklage eingereicht worden. Ein KI-Tool zur Preisbestimmung ueber selbststaendige Franchises hinweg ermoegliche den Austausch nichtoeffentlicher Preis- und Umsatzdaten und verzerre den Wettbewerb.

The Guardian TechMittwoch 13:00 · 07.10.DE4 Min. Lesezeit
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Nach Angaben des Unternehmens ist der Durchschnittspreis eines Menüartikels bei McDonald’s zwischen 2019 und 2024 um etwa 40 Prozent gestiegen. Foto: Damian Dovarganes/AP. Nach Angaben des Unternehmens ist der Durchschnittspreis eines Menüartikels bei McDonald’s zwischen 2019 und 2024 um etwa 40 Prozent gestiegen. Foto: Damian Dovarganes/AP McDonald’s McDonald’s wird wegen angeblicher Kartellrechtsverstöße verklagt, weil das Unternehmen mit einem KI-Tool die Preise für Franchise-Betriebe festlegt. Die Klage besagt, dass das KI-Tool unabhängig geführte Franchise-Betriebe dazu befähigt, nichtöffentliche Preis- und Umsatzinformationen auszutauschen.

McDonald’s sieht sich mit einer Klage vor einem Bundesgericht konfrontiert, weil das Unternehmen angeblich ein KI-Tool zur Preisfestlegung über unabhängige Franchise-Betriebe hinweg einsetzt. Nach Ansicht der Kläger verstößt dies gegen das Kartellrecht und hat die Menüpreise für Verbraucher in den USA zu Unrecht in die Höhe getrieben.

Die allermeisten McDonald’s-Filialen in den USA sind unabhängig geführt und legen laut Unternehmensrichtlinie ihre Preise eigenständig fest. Das Kartellrecht verlangt von Unternehmen, ihre Preise unabhängig von Wettbewerbern zu setzen, da eine Preisabsprache den Wettbewerb beeinträchtigen und die Kosten für Verbraucher erhöhen kann.

Die am 2. Oktober vor einem Bundesgericht in Chicago eingereichte Klage behauptet, dass das KI-Tool von McDonald’s rechtswidrig ist, da es darauf hinausläuft, dass unabhängige Franchise-Standorte nichtöffentliche Preis- und Umsatzdaten austauschen.

„In diesem Fall geht es darum, dass McDonald’s die ‚Optimierung‘ in die größte Fast-Food-Kette Amerikas bringt“, heißt es in der Beschwerde. „McDonald’s hat eine eigene informationsbasierte Preisplattform aufgebaut und über Jahre hinweg eingesetzt, die auf Daten aus seinen Millionen täglichen Transaktionen zurückgreift, um Menüpreise über Tausende Restaurants in den USA hinweg festzulegen. Das Ergebnis ist eine algorithmische Preisabsprache auf Kosten von Kunden, die finanziell ohnehin am Limit leben.“

In Reaktion auf die Klage erklärte ein Sprecher der McDonald’s Corporation, die „Beschwerde sei voller Ungenauigkeiten, und wir werden uns mit Nachdruck gegen diese Klage verteidigen“.

„KI legt keine Menüpreise in McDonald’s-Restaurants fest – das tun die Franchise-Nehmer von McDonald’s“, teilte das Unternehmen mit. „Franchise-Nehmern stehen optionale Tools zur Verfügung, die ihnen helfen, die besten Entscheidungen für ihr Geschäft und ihre Kunden zu treffen, doch diese Tools automatisieren, koordinieren oder fixieren die Preise in keiner Weise.“

Eine kürzlich veröffentlichte Reuters-Recherche berichtete, dass einige McDonald’s-Franchise-Besitzer vom Unternehmen unter Druck gesetzt worden seien, die KI-Preistools zu nutzen und ihre Abweichungen von den Empfehlungen des Tools zu dokumentieren. McDonald’s wies diese Darstellung zurück und bezeichnete die Reuters-Berichterstattung als „spekulativ und uninformiert“.

Die Klage, die als landesweite Sammelklage eingereicht wurde, wurde zunächst von einem Mann aus Illinois namens Michael Thomas angestoßen. Thomas, ein Stammgast bei McDonald’s, der als „preissensibel“ beschrieben wird, stellte fest, dass der Preis seiner üblichen Bestellung, ein Quarter Pounder with Cheese, Pommes und eine Cola, selbst innerhalb seines Viertels in DeKalb, Illinois, variierte. Der als Anwalt von Thomas eingetragene Rechtsvertreter reagierte nicht sofort auf eine Anfrage für eine Stellungnahme.

Thomas scheint mit seiner Erfahrung nicht allein zu sein. In einer McDonald’s-Filiale im Finanzdistrikt von Manhattan trank Chukwama Okeke, 43, gerade einen Mango-Ananas-Smoothie, den er als Teil eines Value Meals für etwa 15 Dollar gekauft hatte, etwas, das er sich nur etwa einmal im Monat gönnt.

Okeke sagte, wenn er dasselbe Menü bei einer McDonald’s-Filiale im New Yorker Stadtteil Crown Heights in Brooklyn bestelle, zahle er eher näher an 9 Dollar.

„Das McDonald’s in Manhattan ist deutlich teurer als die in Brooklyn“, sagte er. „Mir ist aufgefallen, dass in manchen Gegenden, wo viel Lebensmittelfrequentierung herrscht, die Preise tendenziell höher ausfallen.“

Beatriz Milander, 27, die einen Snack Wrap, kleine Pommes und einen Eiskaffee für 11,51 Dollar bestellt hatte, hatte keinen großen Unterschied zwischen dem, was sie im Finanzdistrikt zahlt, und dem, was sie in ihrem Wohnviertel in der Bronx zahlt, bemerkt, sagte aber, dass die Preise insgesamt langsam gestiegen seien.

„In den letzten Monaten habe ich gesehen, dass es mehr Angebote oder günstigere Dinge gibt“, sagte sie. „Aber es war definitiv eine Zeit lang deutlich teurer geworden.“

Experten sagen, dass Unternehmen, die KI zur Festlegung oder Anpassung von Preisen einsetzen, die Erschwinglichkeitskrise des Landes verschärfen und es für Amerikaner schwieriger machen könnten, die Alltagskosten zu tragen. Nach Angaben von Lindsay Owens, der Leiterin des linksorientierten Thinktanks Groundwork Collaborative, die kürzlich ein Buch zu diesem Thema veröffentlicht hat, wurden in diesem Jahr landesweit mindestens 90 Gesetzesvorlagen gegen algorithmische Preisabsprachen eingebracht.

McDonald’s übernahm 2019 das KI-Unternehmen Dynamic Yield, hat aber entschieden bestritten, bei der Festlegung der Menüpreise KI einzusetzen. In einer am 1. Oktober, einen Tag vor Einreichung der Klage, veröffentlichten Erklärung bestritt die Kette die Verwendung dynamischer Preisgestaltung und beschrieb ihr Preistool als ein Instrument, das lediglich Informationen bereitstellt, deren Übernahme den Franchise-Betrieben freisteht.

Die Fast-Food-Kette ist in den vergangenen Jahren wegen ihrer erhöhten Preise in die Kritik geraten und ging 2023 viral, als ein Big-Mac-Menü für 18 Dollar bei einer McDonald’s-Filiale in Connecticut für Schlagzeilen sorgte. Der Besitzer der Filiale reichte eine Klage ein, in der er behauptete, dass das KI-Preistool der Filiale den Preis von 18 Dollar vorgeschlagen habe.

Nach einem Faktenblatt, das die Kette 2024 veröffentlichte, ist der Durchschnittspreis eines Menüartikels bei McDonald’s zwischen 2019 und 2024 um etwa 40 Prozent gestiegen.

Automatisch übersetzt. Das Original auf Englisch ist unten aufklappbar.

Original (Englisch) anzeigen

According to the company, the average price of a McDonald’s menu item increased about 40% between 2019 and 2024. Photograph: Damian Dovarganes/AP View image in fullscreen According to the company, the average price of a McDonald’s menu item increased about 40% between 2019 and 2024. Photograph: Damian Dovarganes/AP McDonald's McDonald’s sued for alleged antitrust violations by using AI tool to determine pricing for franchises Suit says AI tool allows independently owned franchises to exchange nonpublic price and sales information

Prefer the Guardian on Google McDonald’s is facing a lawsuit in federal court over its alleged use of an AI tool to determine pricing across independent franchises, which prosecutors say violates antitrust laws and has unfairly inflated menu prices for Americans.

The vast majority of McDonald’s US stores are independently owned and are said to individually decide on prices under company policy. Antitrust laws require businesses to set prices independently from their competitors, as coordinating prices can stifle market competition and push up costs for consumers.

The lawsuit, filed on 2 October in a federal Chicago courtroom, alleges that McDonald’s AI tool is illegal because it amounts to independent franchise locations exchanging nonpublic price and sales data.

Read more “This case is about McDonald’s bringing ‘optimization’ to America’s largest fast food chain,” the complaint says. “McDonald’s has built and for years deployed its own information-sharing pricing platform, which draws on data from its millions of daily transactions to set menu prices across thousands of US restaurants. The result is algorithmic price-fixing aimed at customers who are already stretched thin.”

In response to the lawsuit, a spokesperson for the McDonald’s corporation said that that the “complaint is filled with inaccuracies and we will vigorously defend against this lawsuit”.

“AI does not set menu prices at McDonald’s restaurants – McDonald’s franchisees do,” it said. “Optional tools are available to franchisees to help them make the best decisions for their businesses and customers, but these tools do not automate, coordinate or fix pricing in any way.”

A recent Reuters investigation reported that some McDonald’s franchise owners have been pressured by the company to use the AI pricing tools and record their deviations from the tool’s recommendations. McDonald’s pushed back against that characterization, calling the Reuters reporting “speculative and uninformed”.

The litigation, which has been proposed as a nationwide class action lawsuit, was first brought forward by an Illinois man named Michael Thomas. Thomas, a McDonald’s regular who is described as “price conscious”, found that the cost of his usual order – a Quarter Pounder with cheese, fries and a Coke – varied even within his neighborhood in DeKalb, Illinois. The attorney listed as representing Thomas did not immediately reply to a request for comment.

Thomas doesn’t appear to be alone in his experience. At a McDonald’s in Manhattan’s financial district, Chukwama Okeke, 43, was finishing a mango-pineapple smoothie that he bought as part of a value meal that cost about $15 – something he only gets about once a month.

Okeke said that when he orders the same meal at a McDonald’s in Brooklyn’s Crown Heights neighborhood, he ends up paying closer to $9.

“McDonald’s in Manhattan is much more expensive than those in Brooklyn,” he said. “I’ve notice in some areas if they have a lot of like food traffic, the prices tend to get higher.”

Beatriz Milander, 27, who ordered a snack wrap, a small fries and an iced coffee for $11.51, hadn’t noticed a huge difference between what she pays in the financial district and what she pays in her Bronx neighborhood, but said prices overall have inched up.

“In the last few months, I’ve seen them do more deals or like lower-priced things,” she said. “But it definitely was pricing up for a little bit there.”

Experts say that companies using AI to set or alter pricing could exacerbate the country’s affordability crisis and make it harder for Americans to bear everyday costs. So far this year, at least 90 pieces of legislation have been filed across the country to push back against algorithmic price-fixing, according to Lindsay Owens, the head of the left-leaning thinktank Groundwork Collaborative, who recently authored a book on the topic.

McDonald’s acquired an AI company, Dynamic Yield, in 2019, but has firmly denied using AI in setting menu prices. In a statement released on 1 October, the day before the lawsuit was filed, the chain denied using dynamic pricing and described its pricing tool as simply providing information that franchises are free to decide whether to adopt.

The fast-food chain has been scrutinized over recent years for its elevated prices, and went viral in 2023 over an $18 Big Mac meal at a Connecticut McDonald’s. The franchise’s owner filed a lawsuit alleging that it was the AI pricing tool that suggested the $18 price to the franchise.

According to a fact sheet the chain published in 2024, the average price of a McDonald’s menu item increased about 40% between 2019 and 2024.

Originaltitel: McDonald’s sued for allegedly using AI tool to determine pricing for franchisesQuelle: The Guardian Tech (The Guardian Tech). Original öffnen