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Mistral-Chef warnt: Europa wird nur die Reste bekommen, wenn es Frontier-KI aufgibt

Mistral-CEO Arthur Mensch warnt, Europa erhalte nur die Leftovers, wenn es auf den Aufbau eigener Frontier-Modelle verzichtet. Apps auf US-amerikanischen oder chinesischen Modellen würden zudem ein großes Handelsbilanzproblem verursachen.

The Next WebMontag 12:48 · 26.10.DE3 Min. Lesezeit
Bild: The Next Web

Mistral CEO Arthur Mensch beim RAISE Summit in Paris, 8. Juli 2026

Mistral Chef Arthur Mensch hat gewarnt, dass Europa „Überreste“ bekommen wird, wenn es aufhört, eigene Frontier-KI-Modelle zu bauen. Apps, die auf amerikanischen oder chinesischen Modellen aufbauen, würden Europa zudem ein „großes Handelsbilanzproblem“ bescheren, sagte er am 20. Oktober.

Mensch sprach in der Talkshow des European Technology Network, wie Pieter Haeck für Politico berichtete. Gemeinsam mit DeepL Chef Jarek Kutylowski widersetzt er sich europäischen Politikern. Einige von ihnen sind der Meinung, Europa solle aus dem Wettrennen um die fortschrittlichsten Modelle aussteigen.

Mensch stellte seine Argumentation erstmals am 15. Oktober in einem LinkedIn Essay mit dem Titel „Build or surrender“ dar. Er bezeichnete die Vorstellung, Frontier-Modelle den USA und China zu überlassen, als „fundamentalen Fehler“.

„Es würde Europa letztendlich das kosten, was von seinem Platz in der Welt übrig ist, und es in ein Regime wirtschaftlicher Abhängigkeit einsperren, wie es in der Geschichte der Zivilisationen beispiellos ist.“ Arthur Mensch, Mistral

Europa habe im Fall des Internets denselben Weg eingeschlagen, schrieb er, und zahle nun mehr als 260 Mrd. Euro pro Jahr an amerikanische Cloud- und Softwareanbieter. Wer ein geschlossenes Modell besitzt, setze die Bedingungen fest, argumentierte er: den Preis, die erlaubten Einsatzbereiche und welche Versionen verfügbar bleiben. Mistral plant, seine Rechenkapazität im kommenden Jahr zu versechsfachen und weiteres Kapital aufzunehmen.

Ein Mistral Sprecher teilte Politico mit, dass ein Rückzug ein „strategischer Fehler“ wäre. Das Pariser Unternehmen wurde im September mit 21 Mrd. Euro bewertet.

Kutylowski machte in einem Interview mit Politico dieselbe Argumentation geltend.

„Wir brauchen unsere eigenen Modelle, und wir brauchen die gesamte Wertschöpfungskette von KI. Wir müssen auch den Wert einfangen, der in der Technologie und in der KI selbst steckt… Andernfalls werden wir einen großen Teil der Wertschöpfung [anderen] überlassen.“ Jarek Kutylowski, DeepL, gegenüber Politico

Er verwies auf das Software-Engineering. Dort gäben Unternehmen inzwischen einen Teil ihrer Budgets für KI-Modelle statt für Ingenieurgehälter aus, sagte er. Ohne europäische Modelle fließe dieses Geld in die USA.

Zum anderen Lager gehört Ursula von der Leyen. Die Kommissionspräsidentin machte ihre Argumentation in ihrer Rede zur Lage der Union im September, wie Politico berichtete.

„[Europäer müssen nicht] diejenigen sein, die die Frontiertechnologie entwickeln, um diejenigen zu sein, die den größten Nutzen daraus ziehen.“ Ursula von der Leyen, Rede zur Lage der Union, September 2026

Max Junestrand, Chef des schwedischen KI-Anbieters für Rechtstech Legora, hat die Debatte mitangestoßen. Er hat bereits erklärt, Europa solle kein Frontier-Labor aufbauen. Gegenüber Politico sagte er, Europa solle stattdessen herausarbeiten, wie es „von der Technologie profitieren“ könne.

„[Bemühungen,] jetzt ein konkurrenzfähiges Frontier-Labor [zu bauen], wirken wie reines Wunschdenken.“ Max Junestrand, Legora, gegenüber Politico

Politico berichtete am 13. Oktober, dass von der Leyen und mehrere prominente Gründer diesen Kurswechsel befürworten. Europa solle den Wert von KI durch Anwendungen realisieren, statt den US-Labore hinterherzujagen, so ihre Ansicht.

Bei den fortschrittlichsten Modellen liegt Europa hinter den USA und China. Deren Training und Betrieb würde enorme Rechenleistung erfordern. Die Kommission hat Ende Juli die Arbeit an sieben KI-Rechenzentren aufgenommen, ein Projekt im Wert von 30 Mrd. Euro, wie Politico berichtete. Ein von Italiens Domyn geführtes Konsortium trainiert ein Frontier-Modell für ganz Europa in allen EU-Sprachen.

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Original (Englisch) anzeigen

Mistral CEO Arthur Mensch at RAISE Summit in Paris, 8 July 2026

Mistral’s chief executive, Arthur Mensch, has warned that Europe will get “leftovers” if it stops building frontier AI models. Apps built on American or Chinese models would also give Europe a “big trade balance problem”, he said on 20 October.

Mensch spoke on the European Technology Network talk show, Pieter Haeck reported for Politico. He and DeepL’s chief executive, Jarek Kutylowski, are pushing back against European leaders. Some of them say Europe should drop out of the race for the most advanced models.

Mensch first set out his case on 15 October, in a LinkedIn essay titled ‘Build or surrender’. He called the idea of leaving frontier models to the US and China “a fundamental mistake”.

“It will end up costing Europe what remains of its place in the world and lock it into a regime of economic dependence unprecedented in the history of civilizations.” Arthur Mensch, Mistral

Europe followed the same playbook with the internet, he wrote, and now pays more than €260bn a year to American cloud and software providers. Whoever owns a closed model sets the terms, he argued: the price, the uses allowed and which versions stay available. Mistral plans to increase its computing capacity sixfold over the next year, and to raise more capital.

A Mistral spokesperson told Politico that walking away would be a “strategic mistake”. The Paris company was valued at €21bn in September.

Kutylowski made the same case in an interview with Politico.

“We need our own models, and we need the whole value chain of AI. We also need to capture the value that lies in the technology and in AI itself… Otherwise we’re just going to be leaving a large part of the value creation [to others].” Jarek Kutylowski, DeepL, to Politico

He pointed to software engineering. Companies there now spend part of their budgets on AI models rather than engineers’ salaries, he said. Without European models, that money flows to the US.

The other camp includes Ursula von der Leyen. The Commission president made her case in her State of the Union address in September, Politico reported.

“[Europeans don’t need to] be the ones who develop the frontier technology to be the ones who draw the greatest value from it.” Ursula von der Leyen, State of the Union, September 2026

Max Junestrand, chief executive of the Swedish legal AI firm Legora, helped start the argument. He has already said Europe should not build a frontier lab. He told Politico that Europe should work out how to “capitalize on the technology” instead.

“[Efforts to build a] competitive frontier lab right now feel like very wishful thinking.” Max Junestrand, Legora, to Politico

Politico reported on 13 October that von der Leyen and several prominent founders favour that shift. Europe should get value from AI through applications rather than chase the US labs, in their view.

Europe trails the US and China on the most advanced models. Training and running its own would take vast amounts of computing power. The Commission started work at the end of July on seven AI compute hubs, a €30bn project, Politico reported. Italy’s Domyn leads a consortium that is training a frontier model for all of Europe, in every EU language.

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Originaltitel: Mistral’s Mensch warns Europe of ‘leftovers’ if it quits frontier AIQuelle: The Next Web (The Next Web). Original öffnen