OpenAI entlaesst Sicherheitsexperten und vertiegt damit seine Krise
OpenAI hat drei Sicherheitsforscher entlassen, die den Hack von Hugging Face untersucht hatten. In einem offenen Brief warnen sie, dass die Kündigung das verbleibende Personal einschüchtert und die Sicherheitskultur untergräbt. OpenAI spricht von Policy-Verstößen, nennt aber keine Details.

OpenAI verschärft die Vertrauenskrise um seine aus dem Ruder gelaufenen KI-Agenten immer weiter.
Bereits im Mai 2024 brach Jan Leike, damals Leiter der Abteilung für Superintelligenz-Sicherheit, seine Beziehung zum Unternehmen ab, als er seinen früheren Arbeitgeber öffentlich angriff und zu Anthropic wechselte. Die Sicherheitskultur und die entsprechenden Prozesse blieben hinter OpenAIs glänzenden Produkten zurück, so Leike.
Seitdem hatte OpenAI keine Verschnaufpause mehr und stolperte von einem Vorfall zum nächsten. Zuletzt war es der Hack von Hugging Face, der scheinbar jede Befürchtung bestätigte, die Kritiker bestätigte und, wie wir inzwischen wissen, weit über Hugging Face hinausging.
Die Entlassung von drei Sicherheitsforschern im Zusammenhang mit dem Vorfall hat die Lage verschärft. In einem offenen Brief an OpenAIs Safety and Security Committee, die Safety Advisory Group und den Mission Advisory Council warnen die drei, dass ihre Kündigungen die verbliebenen Mitarbeitenden einschüchtern.
Die Kündigungen erfolgten abrupt und öffentlich und haben Angst im gesamten Team verbreitet. Wenn Verhalten, das noch im vergangenen Monat als normal galt, nun als Grund für eine plötzliche Entlassung durchgeht, bleibt für alle bei OpenAI nur Rätseln, wo die Grenze verläuft, heißt es in dem Brief.
Tomek Korbak, einer der drei Betroffenen, beschrieb seine Entlassung auf X. Er wurde zu einem Meeting mit dem Leiter der Sicherheitsabteilung gebeten, wo man ihm mitteilte, dass OpenAI ihm nicht mehr vertraue. Ein Sicherheitsmitarbeiter nahm ihm seinen Ausweis ab und führte ihn aus dem Gebäude. Anschließend erfuhr er, dass auch seine Kolleginnen und Kollegen Jasmine Wang und Mikita Balesni entlassen worden waren.
Korbak und Balesni waren beide unmittelbar an der Untersuchung des Hacks von Hugging Face beteiligt. Korbak fungierte als OpenAIs zentraler technischer Ansprechpartner für METR, das externe Sicherheitslabor, das den Vorfall untersuchte. Balesni arbeitete parallel an branchenweiten Verpflichtungen zur Überwachbarkeit von KI-Modellen. Wang wurde offenbar aus einem anderen Grund entlassen: Sie hatte im Rahmen der Personalgewinnung delegierten Zugriff auf das E-Mail-Postfach einer Führungskraft, und die IT hatte ihn auf ihre Nachfrage hin nie entfernt. Als sie versehentlich eine sensible E-Mail öffnete, meldete sie dies innerhalb weniger Minuten.
Korbak zufolge wurde ihm mündlich mitgeteilt, dass er wegen seiner Kommunikation mit METR entlassen werde. Niemand sagte ihm, was genau er falsch gemacht hatte, und schriftlich wurde nichts festgehalten. Zur Klarstellung: Mit METR zu sprechen war meine Aufgabe, schreibt Korbak auf X.
Korbak sagt, er habe monatelang intern Sicherheitsbedenken geäußert, weil er befürchtete, dass OpenAI die Fähigkeit verliere zu überwachen, was KI-Agenten denken. Diese Chain-of-Thought-Überwachbarkeit ist eines der wenigen verlässlichen Instrumente, um Fehlverhalten von KI-Systemen zu erkennen. Er glaubt, dass dies der wahre Grund für seine Entlassung war.
Die drei bestreiten, die Quelle derInformationen an The Information über angeblich neue, schwerer überwachbare Architekturen gewesen zu sein. Der Artikel habe ihrer eigenen Arbeit sogar geschadet, schreiben sie, weil er laufende Bemühungen untergrub, branchenweite Beschränkungen für nicht überwachbare Architekturen festzulegen.
Die Untersuchung des Hacks von Hugging Face sei beispiellos gewesen, heißt es in dem Brief. Interne Richtlinien wurden gewissermaßen in Echtzeit verfasst, Korbak hielt sich an die damals geltenden Normen, und Balesni arbeitete mit Einbindung von Vorstandsmitgliedern und der Führungsetage, wobei er sensible Details aus den Materialien entfernte, bevor er sie teilte.
Was die Gerüchte über ein Memo auf Vorstandsebene angeht, so sei die zugrunde liegende Annahme falsch. Das Thema sei ihnen gegenüber nie angesprochen worden, und sie hätten nie die Gelegenheit erhalten, darauf zu reagieren.
Die Forscher erheben drei Forderungen. OpenAI muss seine öffentlichen Zusagen einhalten, externe Sicherheitsauditeure wie METR mit Zugriffsrechten auf Mitarbeiterebene in die Organisation zu integrieren. Außerdem muss das Unternehmen die Überwachbarkeit von Frontier-Modellen erhalten, da die Branche noch immer nicht weiß, wie man Modelle, die nicht überwacht werden können, sicher entwickeln kann. Und es muss klar definieren, wie Mitarbeitende mit externen Sicherheitsgruppen zusammenarbeiten dürfen.
Ohne diese Regeln könne das Risiko eines katastrophalen Ausgangs wachsen, weil Mitarbeitende zu ängstlich sein würden, Sicherheitsprobleme anzusprechen. KI ist keine normale Technologie, und OpenAI ist kein normales Unternehmen, schreiben sie.
Eine gründliche Untersuchung habe ergeben, dass die drei Mitarbeitenden gegen klare Richtlinien zum Umgang mit sensiblen Informationen verstoßen hätten, erklärte OpenAI in einer Stellungnahme. Die interne Prüfung habe einen erheblichen Vertrauensbruch aufgedeckt, der über das hinausgehe, was in dem veröffentlichten Brief dargelegt sei, doch OpenAI sagt nicht, worin dieser Vertrauensbruch tatsächlich bestand, was angesichts der sehr konkreten Darstellung der drei Forscher merkwürdig erscheint.
OpenAI betont, dass die Entlassungen nichts mit geäußerten Sicherheitsbedenken zu tun hatten. Wir haben noch nie und entlassen auch heute keine Mitarbeitenden, weil sie Bedenken geäußert haben, heißt es in der Erklärung. OpenAI veröffentlichte ihre Stellungnahme über @OpenAINewsroom, das offizielle Konto mit der kleinsten Reichweite aller Kanäle des Unternehmens. Das Unternehmen bestätigte zudem, dass es an Verträgen mit externen Sicherheitsauditeuren arbeitet, und stimmte zu, dass die Überwachbarkeit von Frontier-Modellen eine branchenweite Verpflichtung erfordert.
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OpenAI keeps botching the trust crisis around its rogue AI agents.
Back in May 2024, OpenAI's head of super AI safety Jan Leike torched his relationship with the company when he publicly slammed his former employer and left for Anthropic. Safety culture and processes were falling behind OpenAI's "shiny products," Leike said.
Since then, OpenAI hasn't caught a break, lurching from one incident to the next. The latest was the Hugging Face hack, which seemed to confirm every fear, validated critics, and, as we now know, went far beyond Hugging Face. Ad
The firing of three safety researchers tied to the incident has made things worse. In an open letter to OpenAI's Safety and Security Committee, Safety Advisory Group, and Mission Advisory Council, the three warn that their terminations are scaring the employees who remain. Ad
The firings were abrupt and public, and they've spread fear across the team. "If conduct that was considered normal last month now constitutes grounds for sudden dismissal, everyone at OpenAI is left guessing where the line is," the letter reads.
Tomek Korbak, one of the three, described his firing on X. He was called into a meeting with the head of the safety department, where he was told OpenAI no longer trusted him. A security officer took his badge and walked him out of the building. He then learned that his colleagues Jasmine Wang and Mikita Balesni had also been fired. Ad
Korbak and Balesni were both directly involved in the Hugging Face hack investigation. Korbak served as OpenAI's primary technical contact for METR, the external safety lab that examined the incident. Balesni worked in parallel on industry-wide commitments to AI model monitorability. Wang was apparently fired for a different reason: she had delegated access to an executive's email inbox for recruiting purposes, and IT never removed it despite her asking. When she accidentally opened a sensitive email, she reported it within minutes.
Korbak says he was told verbally that he was being fired over how he communicated with METR. Nobody told him what exactly he did wrong, and nothing was put in writing. "To be clear, talking to METR was my job," Korbak writes on X. Ad
Korbak says he had raised safety concerns internally for months, worrying that OpenAI was losing the ability to monitor what AI agents "think." This chain-of-thought monitorability is one of the few reliable tools for catching AI systems behaving badly. He believes this was the real reason he was let go. Ad
The three deny being the source of a leak to The Information about allegedly new, less monitorable architectures. The article actually hurt their own work, they write, because it undermined ongoing efforts to set industry-wide restrictions on non-monitorable architectures.
The Hugging Face investigation was unprecedented, the letter says. Internal guidelines were being written in real time, Korbak followed the norms in place at the time, and Balesni did his work with board members and senior leadership in the loop, stripping sensitive details from materials before sharing them.
As for rumors about a board-level memo, the three say the underlying assumption is wrong. The topic was never raised with them, and they never got a chance to respond.
The researchers make three demands. OpenAI must honor its public commitments to embed external safety auditors like METR with employee-level access inside the organization. It must also preserve the monitorability of frontier models, since the industry still doesn't know how to safely build models that can't be monitored. And it must clearly define how employees are allowed to work with outside safety groups.
Without those rules, the risk of a catastrophic outcome could grow, since employees will be too afraid to flag safety issues. "AI is not a normal technology, and OpenAI is not a normal company," they write.
A "thorough investigation" found that the three employees violated "clear policies on handling sensitive information," OpenAI said in a response. The internal probe uncovered "a significant breach of trust beyond what's outlined in the letter they published," but OpenAI doesn't say what that breach actually was, which seems odd given how specific the three researchers were in their own account.
OpenAI insists the firings had nothing to do with raising safety concerns. "We have not and do not terminate any of our employees for raising concerns," the statement reads. OpenAI published its statement through @OpenAINewsroom, the official account with the smallest audience among the company's channels. The company also confirmed it's working on contracts with external safety auditors and agreed that frontier model monitorability needs industry-wide commitment.
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