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OpenAI: Eigenes KI-Modell soll Exponential Time Hypothesis widerlegt haben

Laut OpenAI bezweifelt ein internes Modell die Exponential Time Hypothesis, auf der Hunderte Informatik-Papers basieren. Zwei weitere Ergebnisse aus Mathematik und Physik seien am selben Tag vorgelegt worden.

The Next WebMontag 23:30 · 26.10.DE4 Min. Lesezeit
Bild: The Next Web

Hunderte Arbeiten der Informatik beruhen auf einer Vermutung, die ein internes Modell von OpenAI nun angeblich widerlegt hat, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. OpenAI verkündete am selben Tag zwei weitere Ergebnisse, eines aus der Mathematik und eines aus der Physik.

In einem Blogbeitrag erklärte OpenAI, die Exponential Time Hypothesis (ETH) gelte als „weithin als wahr anerkannt“. Die Vermutung betrifft, wie schwer es ist, die Boolean Satisfiability zu lösen, ein Problem, das eng mit P versus NP verknüpft ist. Forscher haben sie genutzt, um zu zeigen, dass Probleme aus der Graphentheorie, der Bioinformatik, der Datenbankforschung und anderen Bereichen schwer schnell zu lösen sind.

Laut OpenAI fand sein Modell den Widerlegungsbeweis am 16. Oktober. Das Unternehmen überprüfte ihn am folgenden Tag in Lean, einer Sprache, die Beweise maschinell verifiziert. Die Ausarbeitung des Modells und den Lean-Beweis hat es auf GitHub veröffentlicht.

Eine Gruppe unter der Leitung von Russell Impagliazzo und Ramamohan Paturi von der UC San Diego sowie Ryan Williams vom MIT wird das Ergebnis prüfen und erläutern. Impagliazzo und Paturi haben ETH gemeinsam mit Francis Zane erstmals vorgeschlagen.

Ein internes Modell bei OpenAI hat eine behauptete Widerlegung von ETH hervorgebracht! Russell Impagliazzo, Mohan Paturi und ich wurden gebeten, bei der Organisation einer offenen und unabhängigen Überprüfung dieser Behauptung zu helfen. 1/4

Ryan Williams @rrwilliams.bsky.social (@rrwilliams) 26. Oktober 2026

In einem offenen Brief an ihre Fachgemeinschaft erklärten die drei Forscher, dass ihre Rolle keine Billigung des Ergebnisses darstelle.

„Unsere Beteiligung sollte nicht als Bestätigung der Behauptung verstanden werden. Ein Ergebnis dieser Bedeutung erfordert eine sorgfältige, unabhängige Prüfung“, schrieben Impagliazzo, Paturi und Williams.

Williams sagte auf X, die Gruppe habe keine Geheimhaltungsvereinbarungen unterzeichnet und werde nicht bezahlt. Die Gruppe forderte OpenAI auf, alle Rohdaten zum ETH-Ergebnis zu veröffentlichen und eine Konferenz für die Forschungsgemeinschaft zu finanzieren. OpenAI stimmte beides zu, so Williams und OpenAI.

In der Mathematik gibt OpenAI an, seine Modelle hätten die Local Smoothing Conjecture, die Christopher Sogge 1991 vorschlug, in jeder Dimension bewiesen. Damit wären auch die Kakeya-Vermutung und Steins Restriktionsvermutung in allen Dimensionen geklärt. Mathematiker hatten Local Smoothing 2019 in zwei Dimensionen und die Kakeya-Vermutung 2025 in drei Dimensionen bewiesen. OpenAI hat die Ausarbeitung des Modells und einen Lean-Beweis veröffentlicht, ebenso wie bei den 722 mathematischen Arbeiten, die es am 6. Oktober publizierte.

In der Physik gibt OpenAI an, seine Modelle hätten einen rigorosen Beweis dafür erbracht, dass bestimmte Quantenfeldtheorien in vier Dimensionen existieren. Dazu gehört die Quantenchromodynamik, die die starke Kraft zwischen Quarks und Gluonen beschreibt. Die Arbeit umfasst einen Beweis, dass die reine Yang-Mills-Theorie existiert, was Teil eines der Millennium-Preis-Probleme des Clay Mathematics Institute ist. OpenAI hatte im September erklärt, dass es den Preis für seinen Navier-Stokes-Beweis nicht beanspruchen werde.

Der Physik-Nobelpreisträger David Gross wird die Physik-Gruppe leiten, gemeinsam mit Michael Douglas, Arthur Jaffe, Igor Klebanov und Nikita Nekrasov. Diese Gruppe entschied sich, die KI-erzeugten Materialien vorerst nicht zu veröffentlichen, und wird die Arbeit selbst ausarbeiten.

OpenAI erklärt, es suche keine akademische Anerkennung für die Entdeckungen. Die Forscher in jeder Gruppe sollten die Anerkennung für die von ihnen verfassten Erläuterungen erhalten. Zudem hat das Unternehmen der Simons Foundation 5 Millionen US-Dollar für Workshops und Konferenzen zu KI-erzeugten Ergebnissen zur Verfügung gestellt.

In ihrem Brief fragen die drei Informatiker, wie Anerkennung funktionieren sollte, wenn KI Ergebnisse zuerst findet. Sie warnen, dass die Anerkennung möglicherweise denen zufallen könnte, die zuerst veröffentlichen oder über die leistungsstärksten Werkzeuge verfügen, während das Prüfen und Erläutern der Arbeit weniger gewürdigt wird. Mathematiker äußerten ähnliche Bedenken in der Leiden-Erklärung im Juni.

„Falls die Behauptung zutrifft, wird sie einen wichtigen Teil der theoretischen Informatik verändern“, schrieben die drei Forscher.

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Original (Englisch) anzeigen

Hundreds of computer science papers rest on a conjecture that an internal OpenAI model now claims to have refuted, the company said on Monday. OpenAI announced two more results the same day, one in mathematics and one in physics.

In a blog post, OpenAI said the Exponential Time Hypothesis (ETH) has been “widely believed to be true”. The conjecture concerns how hard it is to solve Boolean satisfiability, a problem closely tied to P versus NP. Researchers have used it to show that problems in graph theory, computational biology, databases and other fields are hard to solve quickly.

According to OpenAI, its model found the disproof on 16 October. The company checked it in Lean, a language that verifies proofs by machine, the next day. It has published the model’s write-up and the Lean proof on GitHub.

A group led by Russell Impagliazzo and Ramamohan Paturi of UC San Diego and Ryan Williams of MIT will check and explain the result. Impagliazzo and Paturi first proposed ETH with Francis Zane.

An internal model at OpenAI has produced a claimed refutation of ETH! Russell Impagliazzo, Mohan Paturi, and I have been asked to help organize an open and independent examination of this claim. 1/4

Ryan Williams @rrwilliams.bsky.social (@rrwilliams) October 26, 2026

In an open letter to their field, the three researchers said their role is not an endorsement.

“Our involvement should not be taken as certification of the claim. A result of this significance requires careful, independent scrutiny,” Impagliazzo, Paturi and Williams wrote.

Williams said on X that the group signed no non-disclosure agreements and will not be paid. The group asked OpenAI to release all its raw data on the ETH result and to fund a conference for the research community. OpenAI agreed to both, according to Williams and OpenAI.

In mathematics, OpenAI says its models proved the local smoothing conjecture, which Christopher Sogge proposed in 1991, in every dimension. That would also settle the Kakeya conjecture and Stein’s restriction conjecture in all dimensions. Mathematicians had proved local smoothing in two dimensions in 2019 and the Kakeya conjecture in three dimensions in 2025. OpenAI released the model’s write-up and a Lean proof, as it did with the 722 maths papers it published on 6 October.

In physics, OpenAI says its models produced a rigorous proof that certain quantum field theories exist in four dimensions. These include quantum chromodynamics, which describes the strong force between quarks and gluons. The work includes a proof that pure Yang-Mills theory exists, which is part of one of the Clay Mathematics Institute’s Millennium Prize problems. OpenAI said in September it would not claim the prize for its Navier-Stokes proof.

Nobel laureate David Gross will lead the physics group, with Michael Douglas, Arthur Jaffe, Igor Klebanov and Nikita Nekrasov. That group chose not to release the AI-produced material for now and will write up the work itself.

OpenAI says it does not seek academic credit for the discoveries. It says the researchers in each group should get the recognition for the explanations they write. It has also given $5m to the Simons Foundation for workshops and conferences on AI-produced results.

The three computer scientists ask in their letter how credit should work when AI finds results first. They warn that recognition may go to those who publish first or have the most powerful tools, while checking and explaining the work gets less credit. Mathematicians raised similar concerns in the Leiden declaration in June.

“If the claim is correct, it will change an important part of theoretical computer science,” the three researchers wrote.

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Originaltitel: OpenAI says its AI model has disproved the Exponential Time HypothesisQuelle: The Next Web (The Next Web). Original öffnen