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KI verdraengert vor allem Einstiegsjobs statt Arbeitsplaetze generell

Waehrend der AWS-Chef das Ersetzen von Junior-Mitarbeitern durch KI als kurzsichtig bezeichnete, zeigen Zahlen von SignalFire, dass grosse Tech-Konzerne und Startups zunehmend weniger Nachwuchskraefte einstellen. Die Automatisierung trifft demnach zuerst die unterste Karrierestufe.

dev.toFreitag 08:48 · 23.10.DE7 Min. Lesezeit
Bild: dev.to

Im Juni nannte der CEO von AWS den Gedanken, Junior-Mitarbeiter durch KI zu ersetzen, "eines der dummsten Dinge, die ich je gehoert habe". Er sagte, Amazon werde in diesem Jahr 11.000 Praktikanten und Hochschulabsolventen einstellen.

Er hat vielleicht recht. Er ist auch eine Ausnahme. SignalFire beobachtet die Einstellungspraxis der grossen Tech-Konzerne und von Startups in der Fruehphase. In seinem Bericht fuer 2026 lag die Einstellung von Berufseinsteigern bei den Tech-Majors rund 65 Prozent unter dem Niveau von 2019 und bei Startups sogar 76 Prozent darunter.

Ich betreibe ein Produkt fuer die Jobsuche und sehe die Situation daher taeglich aus der Sicht der Bewerber. Bei meinem letzten Startup musste ich den Grossteil meines Teams entlassen und machte es anschliessend zur Aufgabe, jedem Einzelnen davon eine neue Stelle zu verschaffen. Hier ist, was meiner Ansicht nach tatsaechlich passiert, und was ich an der Stelle eines 22-Jaehrigen tun wuerde.

Die besten Daten stammen vom Digital Economy Lab der Stanford University, das Lohndaten von ADP auswertet. Im August-2026-Update lag die Beschaeftigung von 22- bis 25-Jaehrigen in den am staerksten KI-exponierten Berufen 19 Prozent unter dem Wert, der zu erwarten waere, haette sie mit weniger exponierten Berufsgruppen Schritt gehalten. Ein Jahr zuvor lag die Luecke bei 15 Prozent.

Drei Details in dieser Studie sind wichtiger als die Schlagzeile.

Erstens entsteht die Luecke durch weniger Einstellungen, nicht durch mehr Entlassungen. Junge Menschen werden nicht hinausgedraengt. Ihnen wird schlicht der Zugang verwehrt.

Zweitens zeigen erfahrene Arbeitskraefte in denselben Berufen keinen vergleichbaren Rueckgang. Gleicher Beruf, gleiche Exposition, anderes Alter, anderes Ergebnis.

Drittens kommt es darauf an, wie KI eingesetzt wird. Wo KI die Aufgabe anstelle des Menschen erledigt, sinkt die Beschaeftigung junger Menschen. Wo KI dem Menschen bei der Aufgabe hilft, tut sie das nicht, und bei aelteren Arbeitnehmern ist der Effekt leicht positiv.

Das Muster lautet also nicht "KI nimmt die Jobs". Es lautet "KI nimmt den Teil des Jobs, der frueher Anfaengern uebertragen wurde".

Man sollte sich vor Augen fuehren, was eine erste Stelle tatsaechlich war. Erste Entwuerfe. Support-Tickets. Boilerplate-Code. Recherchen, die niemand anderes machen wollte. Das Ergebnis war selten viel wert. Die Firma bezahlte einen trotzdem, denn zwei Jahre lang diese Arbeit zu verrichten ist der Weg, wie man zu jemandem wurde, dem man ordentlich etwas zahlen wuerde.

Der Junior-Job war eine bezahlte Lehrstelle in Gestalt eines Berufstitels.

Genau diese Arbeit erledigt die KI heute zuerst. Klarna erklaerte 2024, sein Assistent bearbeite zwei Drittel der Kundenservice-Chats. Der CEO von Salesforce sagte im vergangenen Jahr, die Zahl der Support-Mitarbeiter sei um rund 4.000 gesunken. Der CEO von Shopify forderte seine Teams auf, zu begruenden, warum KI eine Aufgabe nicht uebernehmen kann, bevor sie eine Neueinstellung beantragen. In all diesen Faellen heisst es nicht "wir haben die Juniors entlassen". Es heisst "wir muessen den Juniors diese Arbeit nicht mehr geben".

Und wenn die Ausbildungsaufgaben verschwinden, wird der verbleibende Job stillschweigend anspruchsvoller. PwC hat in diesem Jahr ueber eine Milliarde Stellenanzeigen untersucht. Einstiegspositionen mit hoher KI-Exposition verlangten siebenmal haeufiger klassische Fuehrungsqualifikationen wie Leadership und strategisches Denken. Indeed ordnet Software-Stellen nach ihrem tatsaechlichen Anforderungsprofil ein, und Anfang 2026 waren 69 Prozent davon auf Senior-Level angesiedelt.

Die erste Stelle verlangt heute, dass man die erste Stelle bereits hinter sich gebracht hat.

Jeder Senior-Ingenieur, Analyst und Kundenbetreuer war einmal ein Junior, der dafuer bezahlt wurde, langsam zu sein. Wenn Firmen keine Anfaenger mehr einstellen, sparen sie kein Geld. Sie leihen sich es aus einer Zukunft, in der es niemanden mehr gibt, den man befoerdern koennte.

Das ist der eigentliche Kern des AWS-Zitats, und einige Firmen setzen davon abgeleitet bereits um. IBM erklaerte im Maerz, die Einstellung von Berufseinsteigern in den USA in diesem Jahr verdreifachen zu wollen; diese Rollen wuerden sich von der reinen Aufgabenerledigung hin zu Analyse, Problembewaeltigung und dem kompetenten Einsatz von KI verschieben. Ich bin ueberzeugt, dass die Firmen, die in dieser Zeit weiterhin Juniors ausbilden, 2035 ueber die besten Leute verfuegen werden, und das zu einem Niedrigpreis.

Aber die meisten Firmen optimieren fuer das laufende Quartal, nicht fuer 2035. Ich wuerde daher meine Karriere nicht darauf aufbauen, dass sie zu Vernunft kommen.

Die bequeme Version dieser Geschichte besagt, dass neue KI-Jobs die alten ersetzen werden. Forward-Deployed Engineers, GTM Engineers, AI Product Managers, Evals Engineers.

Diese Rollen existieren wirklich. Sie erscheinen taeglich auf unseren Joblisten. Doch als ich nach Belegen dafuer suchte, dass sie das verlorene Volumen an Einstiegsstellen ersetzen, wurde ich nicht fuendig. Es gibt keine verlaesslichen oeffentlichen Daten darueber, wie schnell sie wachsen oder wie viele der Inhaber dieser Rollen aus den unter Druck geratenen Junior-Rollen kommen. Die Verguetungsdaten von Pave stufern Forward-Deployed Engineers sogar unter generalistische Software-Entwickler ein. Und die OECD schaetzt, dass weniger als 1 Prozent der Beschaeftigten fortgeschrittene KI-Kompetenzen wie das Training von Modellen benoetigen.

Klar messbar ist dagegen ein Aufpreis fuer KI-Kenntnisse in gewoehnlichen Jobs. Die 2026er-Daten von PwC zeigen, dass Stellenanzeigen mit geforderten KI-Kenntnissen im Schnitt rund 62 Prozent mehr Gehalt bieten. Lightcast fand 28 Prozent, rund 18.000 Dollar. Verschiedene Methoden, gleiche Richtung.

Die neue Sprosse ist also kein neuer Jobtitel. Sie ist der alte Job, ausgeuebt von jemandem, der bereits weiss, wie man die KI die Haelfte der Arbeit erledigen und die andere Haelfte ueberpruefen laesst.

Greenhouse wickelt die Personalsuche fuer Tausende von Firmen ab. Zwischen 2022 und 2025 stieg die durchschnittliche Zahl der Bewerbungen pro Stelle von 116 auf 244. Die Zahl der Recruiter pro Firma fiel um mehr als die Haelfte. Jeder Recruiter veroeffentlichte von rund 1.600 auf rund 4.900 Bewerbungen pro Jahr. Die Zeit zur Besetzung einer Stelle stieg um mehr als zwei Wochen.

In der neuesten Umfrage von Greenhouse sagten 86 Prozent der US-Recruiter, dass mindestens die Haelfte der eingehenden Bewerbungen von KI verfasst sei. Robert Half fand heraus, dass 65 Prozent der Hiring Manager angeben, durch KI polierte Bewerbungen machten es schwerer, Faehigkeiten zu ueberpruefen.

Setzt man das zusammen: Weniger Einstiegsstellen, jede davon mit hoeheren Anforderungen, begraben unter doppelt so vielen Bewerbungen, gelesen von halb so vielen Recruitern, die dem, was sie lesen, nicht vertrauen.

Ich moechte ehrlich darlegen, was diese Datenlage nicht zeigt.

Das Budget Lab von Yale findet bislang keine breite KI-Spur auf dem Arbeitsmarkt. Die allgemeine Arbeitslosigkeit folgt nicht dem KI-Einsatz. Die Stanford-Autoren bezeichnen ihre eigenen Ergebnisse als deskriptiv, nicht kausal, und ein Teil der Auseinanderentwicklung begann vor ChatGPT. Und der Tech-Sektor hat waehrend der Pandemie massiv ueberstellt. Die von SignalFire beobachteten Tech-Majors lagen 2022 mit ihren Einstellungen 63 Prozent ueber dem Niveau von 2019, ein Teil des seitherigen Rueckgangs ist also schlicht der Kater danach.

All das ist wahr. Meine Lesart ist, dass es am Rat nichts aendert. Ob sich die Tuer wegen KI, Zinssaetzen oder einem Einstellungs-Kater verengt hat, die KI macht es sehr unwahrscheinlich, dass sie sich auf dem alten Weg wieder oeffnet. Die Aufgaben, mit denen frueher Anfaenger ausgebildet wurden, kehren nicht zu den Anfaengern zurueck.

Auch die Geschichte haelt hier eine nuetzliche Lektion bereit. Als die Geldautomaten kamen, sank die Zahl der Bankangestellten pro Filiale von rund 20 auf 13. Die Stellen verschwanden nicht, denn billigere Filialen bedeuteten mehr Filialen, und die Angestellten wechselten zu Verkauf und Service. Technologie kann mehr Arbeit schaffen, als sie beseitigt. Das geschah aber, weil sich der Job veraenderte, und wer gut abschnitt, waren diejenigen, die sich mit veraenderten.

Die Lehrstelle hat sich verlagert. Frueher fand sie innerhalb der Firma statt, bezahlt. Heute findet sie vor der Firma statt, unbezahlt, und meistens mit der KI als Lehrer. Das klingt trostlos. Es ist auch das erste Mal in der Geschichte, dass ein 22-Jaehriger in jedem beliebigen Feld kostenlos um 2 Uhr nachts einen brauchbaren Tutor bekommen kann.

Allen fuenf Punkten liegt eine einzige Eigenschaft zugrunde, und das ist nicht Intelligenz. Es ist die Bereitschaft, sich das Wissen anzueignen, das einem niemand aufgetragen hat, inklusive der Dinge, auf die man keine Lust hat. Ich glaube, dass das zur wertvollsten Faehigkeit ueberhaupt wird, und darueber schreibe ich als Naechstes.

Die erste Stelle war frueher der Ort, an dem man lernte. Heute lernt man, bevor man sie bekommt.

Ich baue landed, ein Tool, das passende Jobs findet und sich fruehzeitig darauf bewirbt. Wir bieten auch kostenlose, automatisch aktualisierte Joblisten und Interview-Vorbereitung fuer KI-Rollen auf GitHub an.

Automatisch übersetzt. Das Original auf Englisch ist unten aufklappbar.

Original (Englisch) anzeigen

In June, the CEO of AWS called replacing junior staff with AI "one of the dumbest things I've ever heard." He said Amazon was hiring 11,000 interns and new grads this year.

He may be right. He is also unusual. SignalFire tracks hiring at the big tech companies and at early-stage startups. In its 2026 report, entry-level hiring was about 65% below 2019 at the tech majors and 76% below at startups.

I run a job search product, so I see this from the applicant side every day. And at my last startup I had to let most of my team go, and then made it my job to get every one of them hired. Here is what I think is actually happening, and what I'd do about it if I were 22.

The best evidence we have comes from Stanford's Digital Economy Lab, which tracks payroll data from ADP. In its August 2026 update, employment for 22 to 25 year olds in the most AI-exposed jobs is 19% below where it would be if it had kept pace with less-exposed peers. A year earlier the gap was 15%.

Three details in that paper matter more than the headline.

First, the gap comes from fewer hires, not more layoffs. Young people aren't being pushed out. They're not being let in.

Second, experienced workers in the same jobs show no comparable drop. Same occupation, same exposure, different age, different outcome.

Third, it depends on how AI is used. Where AI does the task instead of the person, young employment falls. Where AI helps the person do the task, it doesn't, and for older workers it's slightly positive.

So the pattern isn't "AI takes jobs." It's "AI takes the part of the job that used to be given to beginners."

Think about what a first job actually was. First drafts. Support tickets. Boilerplate code. Research nobody else wanted to do. The output was rarely worth much. The company paid you anyway, because doing that work for two years is how you became someone worth paying properly.

The junior job was a paid apprenticeship wearing a job title.

That is exactly the work AI now does first. Klarna said in 2024 that its assistant was handling two-thirds of customer service chats. Salesforce's CEO said last year that support headcount had dropped by about 4,000. Shopify's CEO told teams to explain why AI can't do a job before asking to hire for it. None of these are "we fired the juniors." They're "we stopped needing to give the juniors that work."

And when the training tasks disappear, the job that's left gets quietly harder. PwC looked at over a billion job ads this year. Entry-level roles that are highly exposed to AI were seven times more likely to ask for traditionally senior skills, like leadership and strategic thinking. Indeed classifies software postings by what the job actually involves, and in early 2026, 69% of them were senior-level.

The first job now asks you to have already done the first job.

Every senior engineer, analyst and account lead was once a junior who got paid to be slow. If companies stop hiring beginners, they don't save money. They borrow it from a future where there's nobody to promote.

That's the real point behind the AWS quote, and a few companies are acting on it. IBM said in March that it would triple US entry-level hiring this year, and that those roles were shifting from task work to analysis, problem solving and using AI well. I think the companies that keep training juniors through this will have the best people in 2035, and they'll get them cheap.

But most companies optimise for this quarter, not 2035. So I wouldn't plan your career around them coming to their senses.

The comfortable version of this story says new AI jobs will replace the old ones. Forward-deployed engineers, GTM engineers, AI product managers, evals engineers.

Those roles are real. They show up in our job lists every day. But I went looking for the evidence that they replace the lost entry-level volume, and it isn't there yet. There's no reliable public data on how fast they're growing, or how many of the people in them came from the junior roles being squeezed. Pave's compensation data even puts forward-deployed engineers below generalist software engineers on pay. And the OECD estimates fewer than 1% of workers will need advanced AI skills like building models.

What is clearly measurable is a premium for AI skills inside ordinary jobs. PwC's 2026 data shows job ads asking for AI skills offer about 62% more pay on average. Lightcast found 28%, about $18,000. Different methods, same direction.

So the new rung isn't a new job title. It's the old job, done by someone who already knows how to make AI do half of it and check the other half.

Greenhouse runs hiring for thousands of companies. Between 2022 and 2025, average applications per job went from 116 to 244. The number of recruiters per company fell by more than half. Each recruiter went from handling about 1,600 applications a year to about 4,900. Time to fill a role went up by more than two weeks.

In Greenhouse's latest survey, 86% of US recruiters said at least half the applications they get are written by AI. Robert Half found 65% of hiring managers say AI-polished applications make skills harder to verify.

Put those together. Fewer entry-level roles, each one asking for more, buried under twice the applications, read by half the recruiters, who don't trust what they're reading.

I want to be honest about what this evidence doesn't show.

Yale's Budget Lab finds no broad AI footprint in the labor market yet. Unemployment overall isn't tracking AI use. The Stanford authors call their own results descriptive, not causal, and some of the divergence started before ChatGPT. And tech overhired massively in the pandemic. SignalFire's tech majors were hiring 63% above 2019 levels in 2022, so some of the fall since is just the hangover.

All of that is true. My read is that it doesn't change the advice. Whether the door narrowed because of AI, interest rates or a hiring hangover, AI makes it very unlikely to reopen the old way. The tasks that used to train beginners are not coming back to beginners.

There's a useful history lesson here too. When ATMs arrived, the number of tellers per bank branch fell from about 20 to 13. Teller jobs didn't vanish, because cheaper branches meant banks opened more of them, and tellers moved to sales and service. Technology can create more work than it removes. But that happened because the job changed, and the people who did well were the ones who changed with it.

The apprenticeship moved. It used to happen inside the company, paid. Now it happens before the company, unpaid, and mostly with AI as your teacher. That sounds bleak. It's also the first time in history a 22 year old can get a decent tutor in any field, for free, at 2am.

Underneath all five is one trait, and it isn't intelligence. It's the willingness to go learn the thing nobody assigned you, including the things you don't enjoy. I think that's becoming the most valuable skill there is, and I'll write about it next.

The first job used to be where you learned. Now you learn before you get it.

I'm building landed, which finds jobs that fit you and applies to them early. We also keep free, auto-updated job lists and interview prep for AI roles on GitHub.

Originaltitel: AI isn't taking jobs. It's taking the first job.Quelle: dev.to (dev.to). Original öffnen